Kredit für Azubis

Kredite für Auszubildende

Besteht dringender Finanzierungsbedarf und können Eltern nicht aushelfen, kann ein Kredit für Azubis wertvolle Hilfe leisten. Auszubildende sollten vor einem Kreditabschluss aber einiges beachten. Sie sollten sich erstens die Frage stellen, ob sie unbedingt einen Kredit benötigen und ob sie die finanziellen Belastungen durch die Raten tragen können. Zweitens sollten sie einen ausführlichen Kreditvergleich durchführen, wenn sie sich für eine Finanzierung entschieden haben.

Wozu ein Azubi-Kredit?

Kredit für Azubis

Bei einem Auszubildenden kann es eine Vielzahl an Gründen für eine Kreditaufnahme geben. Finanzierungsbedarf kann wie bei anderen Verbrauchern zum Beispiel entstehen, wenn sich ein Auszubildender ein Haushaltsgroßgerät oder ein Auto anschaffen will. Darüber hinaus gibt es Gründe, die überproportional bei Auszubildenden vorhanden sind: Dazu gehört die Finanzierung des Führerscheins oder die Ausstattung der ersten eigenen Wohnung.

Umzug und Wohnungseinrichtung

Viele Azubis ziehen mit dem Beginn der Ausbildung in eine eigene Wohnung, das kostet Geld für den Umzug und die Einrichtung. Die Gesamtkosten können sich auf mehrere Tausend Euro belaufen. Beides kann junge Menschen überfordern, wenn sie keine umfassende Unterstützung durch die Eltern erfahren. In diesem Fall kann eine Kreditaufnahme Sinn ergeben. Auszubildende sollten sich aber nicht überlasten, sie sollten die Kosten so gering wie möglich halten. So können sie beispielsweise günstig gebrauchte Haushaltsgroßgeräte kaufen. Beim Umziehen sollten sie möglichst viele freiwillige und kostenlose Helfer einsetzen.

Konsumgüter

Der Computer kaputt, die Waschmaschine defekt, der Fernseher funktionsunfähig: Azubis mit schmalem Budget können den Investitionsbedarf oftmals nicht aufbringen. Handelt es sich um unverzichtbare oder zumindest wichtige Konsumgüter, eignet sich ein Darlehen. Auch hier gilt der Rat: Menschen in der Ausbildung sollten die Kosten minimieren. Zugleich sollten sie abwägen, ob sie bestimmte Güter oder wertvollere Modelle wirklich benötigen.

Führerschein und Autofinanzierung

Ein eigener Führerschein und ein eigenes Auto ermöglichen nicht nur individuelle Mobilität und erhöhen die Lebensqualität, häufig braucht ein Auszubildender beides auch für den Beruf. Das trifft beispielsweise dann zu, wenn er mit anderen Verkehrsmitteln seine Ausbildungsstätte nicht erreicht oder wenn eine Ausbildung einen Führerschein voraussetzt. Den Führerschein und das eigene Auto mit einem Kredit zu finanzieren, stellt vielfach die einzige Möglichkeit dar.

Urlaub

Sich im Sommer einige Zeit am Strand zu erholen oder im Winter gemeinsam mit Freunden einen Skiurlaub verbringen: Viele träumen davon. Einige Banken werben offensiv damit, dass Kunden sich diesen Traum mit einem Darlehen ermöglichen können. Hier ist aber Vorsicht geboten: Auf einen Urlaub kann ein Auszubildender im Zweifelsfall verzichten. Jeder sollte bedenken: Wer seinen Urlaub auf Kredit genießt, muss ihn danach Monat für Monat abstottern. Die Raten schränken in der Folge die finanziellen Spielräume ein.

Finanzielle Engpässe

Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Situationen, in denen sich Auszubildende vorübergehend in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Vielleicht konnten sie den Führerschein aus der eigenen Tasche bezahlen, danach ist aber kurzzeitig Ebbe in der Kasse. Vielleicht fällt unerwartet eine Autoreparatur an oder der Vermieter verlangt eine überraschende Nachzahlung für die Nebenkosten. Ein kurzfristiger Kredit kann Abhilfe schaffen, mit ihm lassen sich Zahlungsverzüge und ein teures Mahnverfahren oder gar ein drohender Rauswurf aus der Wohnung verhindern. Vor allem Dispokredite auf dem Girokonto kommen hierfür infrage.

Kredit für laufende Kosten

Einige finanzieren die Lebenshaltungskosten mit Krediten, häufig mit einem Dispo. Ihr Konto bewegt sich dauerhaft im Minus, dafür fallen hohe Zinskosten. Manche nehmen auch einen Ratenkredit auf, um eine Zeit lang ihr Leben zu finanzieren. Von beiden Varianten ist dringend abzuraten, die meisten Betroffenen haben ein grundsätzliches Problem: Die Ausgaben übersteigen dauerhaft die Einnahmen. Das führt unvermeidlich in die Verschuldung und irgendwann in die Überschuldung. Junge Menschen sollten dringend die Einnahmen verbessern oder die Ausgaben verringern, vor allem bei den Ausgaben besteht meistens ein enormes Einsparpotenzial. Insbesondere die Fixkosten interessieren. Manche lassen sich vollständig meiden, zum Beispiel verzichtbare Abos. In anderen Bereichen wie Versicherungen, Strom und Telekommunikation kann ein Auszubildender mit einem Anbieterwechsel viel Geld sparen. Dazu muss er nur auf einem Portal die Tarife miteinander vergleichen, einen neuen Vertrag abschließen und den bisherigen Vertrag kündigen. Auch Energiesparmaßnahmen dienen der nachhaltigen Senkung der monatlichen Ausgaben.

Überlegungen vor der Kreditaufnahme

Niemals sollte ein Auszubildender überstürzt ein Darlehen vereinbaren. Manche machen sich keine tiefgründigen Gedanken und lassen sich von teilweiser aggressiver Werbung einiger Banken überzeugen. Stattdessen empfehlen sich drei Schritte: Erstens sollten junge Menschen grundsätzlich abwägen, ob sie eine Finanzierung abschließen wollen. Zweitens sollten sie prüfen, welche Kreditart sich am besten eignet. Drittens sollten sie innerhalb dieser Kreditform das beste Angebot wählen. Das alles kostet Zeit, aber bei einer so weitreichenden Entscheidung wie einem Kredit lohnt sich der Aufwand.

Wird der Kredit wirklich benötigt?

Ein Darlehen bedeutet erstens immer Kosten. Kreditnehmer müssen dafür Zinsen zahlen, die insgesamt die Ausgaben erhöhen. Wer zum Beispiel ein Auto auf Kredit kauft, zahlt dafür mehr als bei einer sofortigen Begleichung der Rechnung mit eigenem Geld. Zweitens decken Azubis mit einem Kredit aktuell ihren Finanzbedarf, anschließend müssen sie während der gesamten Laufzeit monatlich eine Rate bezahlen. Das engt den finanziellen Spielraum ein. Beispiel: Die Monatsrate beträgt 50 Euro. Durchschnittsverdiener können das gewöhnlich problemlos stemmen. Bei Auszubildenden mit geringer Vergütung ist das meist nicht der Fall. Sie müssen berechnen, ob sie eine solche Rate bis zum Laufzeitende aufbringen können. Sie sollten ihre Ausgaben und Einnahmen gegenüberstellen und feststellen, ob genügend Geld für Ratenzahlungen übrigbleibt. Zudem sollten sie auf einen Puffer achten, die Ausgaben können sich beispielsweise durch eine Mieterhöhung steigern. Zu knapp sollte niemand kalkulieren. Ansonsten drohen später finanzielle Schwierigkeiten unterschiedlicher Natur. Vielleicht müssen sich Auszubildende massiv einschränken. Vielleicht können sie die Raten nicht mehr überweisen und sich mit juristischen Schritten bis hin zu einer Privatinsolvenz konfrontiert.

Die Zinsen und die Tilgung schmälern das überschaubare Budget von Auszubildenden noch weiter. Daraus ergibt sich ein wichtiger Tipp: Ein Kredit empfiehlt sich für einen Azubi nur bei einem dringenden Finanzbedarf. Das gilt zum Beispiel bei den Kosten für einen Führerschein, nicht für einen Urlaub. Menschen mit geringem Einkommen sollten sich niemals ohne Not die Belastungen durch ein Darlehen aufbürden.

Kreditsumme

Lässt sich ein Darlehen nicht meiden, sollte ein Auszubildender zumindest die Kreditsumme minimieren. Das lässt sich oft mit Einsparungen bei der Investition realisieren, beispielsweise mit einem günstigeren Auto. Darüber hinaus sollten Kreditnehmer Eigenmittel einsetzen. Beispiel: Jemand kauft eine Wohnungseinrichtung für 1.500 Euro und hat selbst noch 500 Euro auf dem Konto. Viele gehen in dieser Situation auf ein Finanzierungsangebot über den gesamten Betrag von 1.500 Euro ein. Klüger wäre es meist, die 500 Euro selbst zu finanzieren und einen Bankkredit über nur 1.000 Euro aufzunehmen. Das spart erstens Zinskosten. Zweitens reduziert das die monatlichen Raten oder verkürzt die Laufzeit des Kredits.

Die meisten Banken vergeben Ratenkredite erst ab einer bestimmten Summe, ansonsten steht für sie der bürokratische Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Zinseinnahmen. Viele Institute ermöglichen ein Darlehen ab einem Betrag von 1.000 Euro. Benötigen Auszubildende weniger Geld, empfehlen sich drei Alternativen: Erstens können Azubis explizit nach Kleinkrediten suchen, wenige Kreditgeber offerieren diese. Zweitens kommt der Dispo auf dem Girokonto infrage. Zinsen fallen nur für die Summe an, mit der das Konto aktuell im Minus steht. Zweitens offerieren viele Händler eine Ratenfinanzierung zum jeweiligen Kaufpreis. Ein Azubi sollte einen Laptop für 500 Euro nicht mit einem Ratenkredit über 1.000 Euro finanzieren, sondern bei ansprechenden Konditionen die Option des Ratenkaufs nutzen.

Laufzeit

Bei einem Kredit können Verbraucher in gewissem Rahmen aus unterschiedlichen Laufzeiten wählen. Eine längere Laufzeit bedeutet niedrigere monatliche Raten, dafür aber insgesamt mehr Zinsen. Deswegen sollten Kreditnehmer eine kürzere Zeitspanne bevorzugen, sofern sie die dann höheren Monatsraten aufbringen können. Auszubildende sollten einen weiteren wichtigen Punkt beachten: Vielfach empfiehlt sich eine Laufzeit, die vor dem Ausbildungsabschluss endet. Das steigert die Chance auf einen Kredit erheblich. Banken können nicht sicher sein, ob ein Auszubildender danach sofort Arbeit findet und damit zahlungsfähig bleibt. Auch aus Eigeninteresse sollte ein Azubi diesen Tipp beherzigen: Erhält er dennoch ein Darlehen mit längerer Laufzeit, fehlt nach dem Abschluss eventuell das Geld für die Raten und es droht ein Mahnverfahren.

Lohnt sich eine Restschuldversicherung?

Viele Kreditgeber bieten zusätzlich zu einem Darlehen eine Restschuldversicherung an. Diese übernimmt die Raten, wenn bestimmte Ereignisse eintreten, welche die finanzielle Lage des Kreditnehmers massiv verschlechtern. Das trifft zum Beispiel auf die Arbeitsunfähigkeit und die Arbeitslosigkeit zu. Auch der Tod des Kreditnehmers selbst ist meist versichert, in diesem Fall bewahrt die Police die Hinterbliebenen vor Belastungen. Der genaue Versicherungsumfang differiert zwischen den Anbietern. Verbraucherschützer raten in fast allen Situationen von einer Restschuldversicherung ab. Die Kosten liegen hoch, der gesamte Kredit verteuert sich damit erheblich. Speziell bei Auszubildenden kommt die Problematik hinzu, dass die Policen nicht vor einer Arbeitslosigkeit nach dem Ausbildungsende schützen. Auszubildende sollten die unterschiedlichen Risiken lieber anderweitig versichern, zum Beispiel mit einer Berufsunfähigkeitspolice. Sollte nach dem Abschluss eventuell Arbeitslosigkeit drohen, empfehlen sich intensive Erwägungen vor der Kreditaufnahme: Die Raten sollten so niedrig sein, dass sie Kreditnehmer auch während einer Phase der Arbeitslosigkeit zahlen könnten. Alternativ sollten sie eine so kurze Kreditlaufzeit vereinbaren, dass sie das Darlehen bereits vor dem Ausbildungsende zurückgezahlt haben.

Zinsen und Gebühren

Banken verlangen bei der gleichen Kreditwürdigkeit massiv voneinander abweichende Zinsen. Bei den einen Instituten finanziert ein Azubi zu akzeptablen Konditionen, bei den anderen Kreditgebern muss er mehrere Prozentpunkte mehr Zinsen stemmen. Deswegen empfiehlt sich immer ein Kreditvergleich. Auszubildende sollten sich nicht ausschließlich an ihre Hausbank wenden, sondern alle in Deutschland tätigen Banken in Betracht ziehen. Oberste Priorität bei einem Vergleich genießt der Zinssatz als relevantestes finanzielles Kriterium.

Zinssatz

Institute veröffentlichen für ihre Angebote einen nominalen und einen effektiven Zinssatz. Der nominale Zinssatz stellt den jährlich Sollzinssatz dar, der effektive Zinssatz gibt die tatsächlichen Kosten wieder. Der Effektivzinssatz beinhaltet mögliche Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren und berücksichtigt unterschiedliche Zinszahlungs- und Verrechnungstermine. Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Krediten mit bonitätsunabhängigen und bonitätsabhängigen Zinsen. Im ersten Fall kommt es allein darauf an, ob Verbraucher bei einer Kreditanfrage die Bonitätsprüfung überstehen. Alle, auf die das zutrifft, können zum gleichen Zinssatz finanzieren. Ein Azubi mit geringem Einkommen zahlt gleich viel wie ein Gutverdienender. Verbreiteter sind aber Kredite mit bonitätsabhängigen Zinsen. Banken geben nur eine Zinsspanne an. Welchen individuellen Zinssatz Kunden erhalten, hängt von deren Kreditwürdigkeit ab. Ein Azubi mit seiner geringen Vergütung muss mit einem höheren Zinssatz als Menschen mit einem hohen und sicheren Einkommen rechnen.

Gebührenfreie Bankkredite

Bis 2014 haben viele Banken Abschluss- beziehungsweise Bearbeitungsgebühren erhoben. Dann hat aber der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Gebühren in dieser Form nicht zulässig sind. Seitdem gehört dieser Kostenpunkt bei Ratenkrediten der Vergangenheit an. Das gilt aber nur für Bankdarlehen. Bei sämtlichen vermittelten Krediten dürfen die jeweiligen Dienstleister Vermittlungsgebühren verlangen, zum Beispiel bei Privatkrediten über Plattformen oder bei klassischen Kreditvermittlern. Bei diesen Anbietern unterscheiden sich die nominalen und effektiven Zinssätze beträchtlich.

Kreditrechner nutzen

Für einen umfassenden Kreditvergleich empfiehlt sich ein gutes Vergleichsportal, das möglichst viele attraktive Anbieter listet. Kreditrechner im Internet haben einen wesentlichen Vorteil: Azubis müssen die relevanten Eckdaten Kreditsumme, Laufzeit und Verwendungszweck nur ein Mal eingeben, danach sehen auf der Ergebnisseite die aktuellen Konditionen zahlreicher Institute. Das spart erstens Aufwand. Andernfalls müssten sie mühsam die einzelnen Homepages der Kreditgeber aufsuchen und die Zinssätze recherchieren. Zweitens entgehen sie mit einem Kreditnehmer auch der Gefahr, die besten Offerten zu übersehen.

Kreditanfragen stellen

Bei bonitätsunabhängigen Krediten sehen Azubis sofort, welche Kosten sie zu tragen haben. Der Zinssatz gilt für alle, welche die Bonitätskriterien erfüllen. Hängen die individuellen Konditionen dagegen von der Kreditwürdigkeit ab, veröffentlichen Kreditrechner eine Zinsspanne und eine Beispielrechnung. Die Zinsspanne gibt den niedrigst möglichen und den höchsten Zinssatz an. Diese Daten geben nur eine grobe Orientierung. Mehr Relevanz besitzt die Beispielrechnung, da sie einem standardisieren Verfahren unterliegt. Banken müssen mindestens 2/3 der Kunden diesen Zinssatz oder einen besseren Zinssatz offerieren. Dadurch lässt sich fundiert feststellen, ob es ein grundsätzlich eher billiger oder teurer Dienstleister ist. Aufgrund der deutlich geringeren Bonität im Vergleich mit dem Großteil der Verbraucher, müssen Azubis jedoch damit rechnen, dass ihr individueller Zins über diesem Wert liegt. Zu folgendem Vorgehen raten Verbraucherschützer: Auszubildende sollten bei zwei oder drei Banken mit niedrigem Beispiel-Zinssatz beziehungsweise attraktivem Pauschalzins eine Kreditanfrage stellen. Anschließend erfahren sie, bei wem sie überhaupt finanzieren können. Zudem erhalten sie bei den bonitätsabhängigen Krediten ihren individuellen Zinssatz mitgeteilt und können somit die Angebote in Ruhe miteinander vergleichen.

Sondertilgungen

Bestenfalls überzeugen Banken nicht nur mit günstigen Zinsen, sondern auch mit Flexibilität bei der Rückzahlung. Gute Dienstleister erlauben mindestens ein Mal im Jahr eine gebührenfreie Sondertilgung in ansprechender Höhe. Diesem Aspekt kommt Bedeutung zu, wenn sich für jemanden in der Ausbildung überraschend die finanzielle Situation verbessert und deshalb mehr Geld für die Tilgung zur Verfügung steht. Dann sollten sie die Ressourcen nutzen, um außerplanmäßig zu tilgen. Das reduziert die Restschulden und damit die Zinskosten. Viele Auszubildende denken an diese Option nicht, da sie beim Vertragsabschluss in der Regel nur knapp finanziell über die Runde kommen. Die Finanzsituation kann sich aber stets unerwartet positiver gestalten: Vielleicht gibt es eine deutliche Gehaltserhöhung oder der Arbeitgeber zahlt einen Bonus aus. Oder ein Azubi verzeichnet eine Erbschaft, ein Geldgeschenk von Verwandten oder einen Gewinn in einer Lotterie. Auch Sondertilgungen in einem kleineren Umfang lohnen sich. Nach einer Lohnerhöhung können Azubis zum Beispiel mehrere Monate ein bisschen Geld ansparen und das Ersparte danach in eine außerplanmäßige Tilgung investieren.

Kündigung

Der Gesetzgeber gewährt Verbrauchern das Recht, einen Kredit jederzeit zu kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Diese Möglichkeit sollten Auszubildende bei entsprechenden Ressourcen wahrnehmen: Sie können sich vorzeitig schuldenfrei nennen und sparen noch mehr Zinsen als bei Sondertilgungen. Banken dürfen dafür eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, aber nur bis zu einer ebenfalls gesetzlich festgelegten Höchstgrenze: Die Gebühr darf bei maximal einem Prozent der Restschulden liegen, bei einer verbleibenden Laufzeit von weniger als einem Jahr bei einem halben Prozent. Die besten Anbieter schöpfen diesen Rahmen nicht aus, sie fordern weniger oder verzichten sogar auf eine Gebühr.

Probleme von Azubis auf Kreditsuche

Banken führen vor jeder Kreditvergabe eine gründliche Bonitätsprüfung durch. Damit wollen sie das Risiko eines Zahlungsausfalls senken. Um die Kreditwürdigkeit einschätzen zu können, gehen Institute in zwei Schritten vor: Erstens kontrollieren sie die sogenannte Schufa-Datei. Dort finden sich Informationen über vergangene Zahungsverfehlungen von Verbrauchern. Zudem stellt der Dienstleister den sogenannten Schufa-Score zur Verfügung, der die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls angibt. In diesen Wert fließen zahlreiche persönliche und statistische Daten ein, welche die Schufa nicht transparent veröffentlicht. Zweitens fordern Banken Einkommensnachweise. Sie interessieren sich für die Höhe der Einkünfte und die Art des Beschäftigungsverhältnisses. Insbesondere hinsichtlich des Einkommens und des Ausbildungsvertrags haben viele Auszubildende eher schlechte Karten.

Negative Schufaeinträge

Die Schufa-Auskunft hält in ihrer Datei alle wesentlichen Zahlungsverfehlungen von Verbrauchern fest. Die meisten Unternehmen arbeiten mit diesem Dienstleister zusammen und melden entsprechende finanzielle Probleme. Zudem stehen dort andere wesentliche Daten, die bei einer Bonitätsprüfung wichtig sind. Das gilt zum Beispiel für bereits laufende Kreditverträge. Hat ein Auszubildender beispielsweise eine Rechnung nicht bezahlt und der Gläubiger hat einen Vollstreckungsbescheid erwirkt, ergibt das einen negativen Schufaeintrag. Dieser führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Ablehnung einer Kreditanfrage. Bereits laufende Kreditverträge wirken sich ebenfalls negativ aus. Banken werden Auszubildenden mit geringem Gehalt kaum ein zweites Darlehen ermöglichen.

Befristeter Ausbildungsvertrag

Die Befristung von Ausbildungsverträgen stellt ein bedeutendes Problem dar. Der Vertrag endet in der Regel mit dem Ausbildungsabschluss, also etwa zwei bis drei Jahre nach dem Ausbildungsbeginn. Läuft ein Kreditvertrag nur kurz und ist das Darlehen bis zum Ausbildungsende abbezahlt, besteht eine gewisse Chance auf einen Kredit. Anders sieht es aus, wenn die Kreditlaufzeit länger ist. Banken verfügen über keine Sicherheit, dass der Auszubildende sofort im Anschluss einen Arbeitsplatz erhält und er die Raten finanziell stemmen kann. Eventuell muss er sich arbeitslos melden und kann diese nicht leisten. Deswegen üben Banken bei diesen Rahmenbedingungen eine große Zurückhaltung bei der Kreditvergabe.

Keine Übernahmegarantie

Eine entscheidende Rolle bei der Kreditvergabe kann eine mögliche Übernahmegarantie spielen. Können Auszubildende diese vorlegen, erhöhen sich die Chancen auf einen Kredit deutlich. Die meisten können eine solche Garantie aber nicht vorlegen. Wie bei der Befristung des Ausbildungsvertrags kommt dem vor allem bei Kreditlaufzeiten, welche die Ausbildungsdauer übertreffen, Bedeutung bei. Ein Azubi ohne diese Sicherheit sollte möglichst ein Darlehen beantragen, das er innerhalb der Ausbildung vollständig tilgen kann. Bei fehlender Übernahmegarantie lässt sich kaum eine Bank auf ein längerfristiges Darlehen ein.

Geringe Vergütung

Bei einem Kreditertrag erweist sich auch die vergleichsweise niedrige Ausbildungsvergütung als Nachteil. Banken wissen, dass Auszubildende nur über geringe finanzielle Spielräume verfügen. Entsprechend werden sie höchstens überschaubare Darlehenssummen gewähren oder einen Antrag zurückweisen. Es kommt aber jeweils auf den Einzelfall an. Die Ausbildungsvergütungen differieren beachtlich. Ein Azubi in einem Friseurladen erhält deutlich weniger als ein Facharbeiter in der Industrie. Die Unterschiede betragen mehrere Hundert Euro.

Hohes Risiko für Bank

Grundsätzlich lässt sich feststellen: Bei einem Kredit für einen Azubi gehen Banken ein beträchtliches Risiko ein. Deshalb sollten Betroffene nicht zu viel erwarten. Eine umfangreiche Finanzierung ist illusorisch. Bei idealen Rahmenbedingungen wie zum Beispiel einer höheren Vergütung können sie aber bei einigen Anbietern durchaus ein Darlehen abschließen. Die Zinsen liegen aber meist über dem Marktniveau. Zahlreiche Banken vergeben Kredite mit bonitätsabhängigen Zinsen. Diese Institute veröffentlichen Zinsspannen: Menschen mit guter Bonität erhalten innerhalb dieser Spanne niedrige Zinsen, für Verbraucher mit schlechter Bonität fallen hohe Kosten an. Auszubildende müssen damit rechnen, dass Banken sie der zweiten Gruppe zuordnen.

So können Azubis ihre Chancen erhöhen

Auszubildende haben aufgrund ihres geringen Einkommens und ihres befristeten Arbeitsvertrags häufig Probleme, einen Kredit aufzunehmen. Es hängt jeweils von den genauen Umständen und der Kreditsumme ab: Wer zum Beispiel am Anfang seiner Ausbildung steht und eine hohe Vergütung verzeichnet, dürfte bei einem Darlehen über 1.000 Euro gute Chancen haben. Bei einem Kredit über 3.000 Euro wird es schon schwieriger, genauso bei einer Summe von 1.000 Euro und einer sehr geringen Vergütung. Alle, die bis dato nur Ablehnungen erhalten haben oder die um ihre schlechten Chancen bereits vorab wissen, stehen diverse Möglichkeiten offen. Sie sollten bei einem dringenden Finanzbedarf nicht verzagen.

Übernahmegarantie des Ausbilders

Bei der Bonitätsprüfung kommt es nicht nur auf die Höhe des Einkommens an, sondern auf die Art des Arbeitsvertrags. Banken begutachten, mit welcher Wahrscheinlichkeit Kreditnehmer bis zum Laufzeitende des Darlehens Einkommen verzeichnen. Gute Chancen haben deswegen Beamte oder Arbeitnehmer mit unbefristetem Vertrag. Schlechter sieht es bei Auszubildenden aus, da Banken nicht wissen, ob sie gleich nach dem Abschluss eine Anstellung finden. Endet der Kreditvertrag vor dem Abschluss oder läuft er nur wenige Monate länger, ist dieser Aspekt unwichtig. Wer aber eine fünfjährige Kfz-Finanzierung oder ähnliches abschließen will, muss sich damit beschäftigen. Eine Übernahmegarantie stellt die Lösung dar, diese bietet Instituten ausreichend Sicherheit. Bestenfalls kann ein Auszubildender diese bereits vorweisen. Fällt die Entscheidung in absehbarer Zeit, sollte er mit dem Kreditantrag so lange warten. Andernfalls sollten Auszubildende eventuell das Gespräch mit dem Verantwortlichen suchen. Das hängt aber stets von der Situation im Betrieb ab. Die Übernahme sollte schon als wahrscheinliche Option im Raum stehen, es sollte nur noch um die schriftliche Fixierung gehen. Ist die Entscheidung dagegen unsicher, sollte ein Azubis nicht unbedingt forsch darauf drängen und das offensiv mit einem Kredit begründen.

Bürgschaft

Bei einer schlechten Bonität kann eine Bürgschaft helfen, Banken akzeptieren diese unter gewissen Umständen als Sicherheit. Bürgen stehen dafür ein, dass Kreditgeber sämtliche Raten erhalten. Versäumt der Kreditnehmer eine oder mehrere Raten und reagiert auch nicht auf Mahnungen, muss der Bürge einspringen. Er hat dann genau die gleichen Zahlungsverpflichtungen wie der Kreditnehmer. Banken versichern sich mit einer Bonitätsprüfung, ob ein Bürge dies leisten kann. Entsprechend muss er eine deutlich bessere Kreditwürdigkeit als der Antragssteller aufweisen. Er sollte eine feste und sichere Arbeitsstelle haben und einen Lohn bekommen, der für die jeweilige Kreditsumme ausreicht.

Ein Bürge nimmt ein Risiko auf sich, ohne dass er davon profitiert. Gewöhnlich stellt sich deshalb nur jemand als Bürge zur Verfügung, der zum Azubi ein Vertrauensverhältnis pflegt und dies als Freundschaftsdienst betrachtet. In Betracht kommen Verwandte wie die Eltern, der Patenonkel oder die Großmutter sowie gute Freunde. Kreditnehmer sollten sich vor einem Kredit mit einer Bürgschaft aber vergewissern, dass sie die Raten bezahlen können. Kann ein Azubi sie nicht begleichen und muss der Bürge übernehmen, führt das mindestens zu einer peinlichen Situation. Im schlimmsten Fall folgt daraus ein persönliches Zerwürfnis. Bei Geld, so ein bekanntes Sprichwort, hört die Freundschaft häufig auf.

Mitantragsteller

Eine ähnliche Wirkung wie mit einer Bürgschaft lässt sich mit einer Mitantragsstellung erzielen. Der Kreditnehmer fungiert hierbei als Hauptantragssteller, mindestens eine weitere Person als Mitantragssteller. Beide gehen ein Schuldverhältnis ein, wobei der Hauptantragssteller die Raten bezahlt. Die Bank wendet sich erst an den Mitantragssteller, wenn dies nicht geschieht. Der wesentliche Unterschied zu einer Bürgschaft besteht darin, dass der Kreditgeber rascher den Mitantragssteller kontaktiert. Er leitet gewöhnlich kein Mahnverfahren ein, sondern schickt die Zahlungsanforderung sofort an die zweite Person. In der Regel handelt es sich um den Lebenspartner, grundsätzlich kann aber jeder als Nebenantragssteller fungieren. Die Voraussetzungen gleichen jenen der Bürgschaft, Banken setzen eine ausreichende Bonität voraus. In der Praxis zeigt sich, dass diese Form vor allem bei Eheleuten und Lebenspartnern Anwendung findet. Bei einer anderweitigen persönlichen Beziehung wie einem Verwandtschaftsverhältnis entscheiden sich die meisten für eine Bürgschaft.

Onlinekredite

Azubis sollten bedenken, dass Banken unterschiedliche Kriterien bei der Bonitätsprüfung anlegen. Die einen beantworten einen Kreditantrag negativ, die anderen bei den gleichen Rahmenbedingungen positiv. Mit einer Ablehnung bei sämtlichen Banken müssen Auszubildende nur rechnen, wenn sie über eine besonders schlechte Bonität verfügen oder im Vergleich zu ihrem Einkommen und der Länge des Ausbildungsvertrags eine unrealistisch hohe Summe finanzieren wollen. Für alle anderen gilt: Sie sollten es bei verschiedenen Instituten versuchen. Vor allem Onlinekredite von Direktbanken verdienen einen Blick.

Erstens schneiden Onlinekredite bei Kreditvergleichen meist gut ab, Auszubildende können auf einen niedrigen Zinssatz hoffen. Zweitens zeigen sich einige Direktbanken bei der Kreditvergabe wesentlich liberaler als Filialbanken. Zumindest Kredite mit überschaubaren Summen gewähren sie auch Azubis, sofern kein negativer Schufa-Eintrag vorliegt. Drittens überzeugen diese Darlehen mit einer großen Benutzerfreundlichkeit. Auszubildende müssen nicht eine oder mehrere Filialen aufsuchen, sie stellen den Kreditantrag bequem online. Meist genügt es, in einem Online-Formular alle relevanten Daten wie das Einkommen einzugeben. Bei vielen Banken erfahren sie innerhalb eines Werktags, ob sie finanzieren können. Nun müssen künftige Kreditgeber nur noch Gehaltsnachweise und den Ausbildungsvertrag hinsenden, nach einem kurzen Abgleich mit den Daten des Kreditantrags überweisen Institute das Geld.

Kleinkredite mit kurzer Laufzeit

Gute Chancen bestehen bei Kleinkrediten, welche Azubis innerhalb von etwa ein bis zwei Jahren zurückzahlen. Die meisten Banken bieten Kredite erst ab 1.000 Euro an. Einzelne Institute haben mittlerweile aber das Potenzial von Kleindarlehen erkannt, teilweise können Kunden bereits ab 100 Euro finanzieren. Diese Summen können sie in wenigen Monatsraten zurückzahlen, wobei eine Rate einen gewissen Mindestbetrag erreichen muss.

Für Kleinkredite verlangen die Institute in der Regel weit überdurchschnittliche Zinssätze. Sie lassen sich damit den überproportional hohen Verwaltungsaufwand bezahlen. Ein einfaches Beispiel: Bei einem Kredit über 1.000 Euro und über ein Jahr mit einem Zinssatz von 5 % kassiert die Bank immerhin 50 Euro Zinsen. Bei einer Summe von 300 Euro und einer Laufzeit von zwei Monaten liegt der Ertrag weit darunter. Deswegen müssen Kreditnehmer höhere Zinsen stemmen, damit sich diese Angebote für Banken einigermaßen lohnen. Azubis sollten den effektiven Zinssatz genau begutachten und sich überlegen, inwieweit solche Kleindarlehen finanziell attraktiv sind oder ob es klügere Lösungen gibt.

Dispokredit

Bei einem überschaubaren Finanzbedarf kann ein Dispokredit auf dem Girokonto eine ansprechende Alternative darstellen. Kreditrahmen können Azubis flexibel nutzen. Die Zinssätze liegen hoch, aber im Vergleich zu Ratenkrediten existiert ein Vorteil: Die Banken berechnen die Zinskosten täglich und legen nur die jeweils tatsächlich ausgeschöpfte Summe des Dispos zugrunde. Wenn ein Azubi sein Konto beispielsweise um 300 Euro überzogen hat und erhält wenig später die Ausbildungsvergütung, dreht sich der Kontostand vielleicht zumindest zwischenzeitlich wieder ins Plus. Dann fallen für diese Tage keine Zinsen an. Zudem können Azubis die Zinskosten erheblich minimieren, wenn sie in kurzer Zeit dafür sorgen, dass sie wieder dauerhaft über Guthaben verfügen. Ein Dispo über eine kleine Summe und wenige Wochen fällt trotz hohen Zinssatzes kaum ins Gewicht.

Allerdings besteht das Risiko, die Kontrolle über die Finanzen zu verlieren. Viele Verbraucher greifen immer wieder auf den Dispo zurück und erreichen nur selten und kurzfristig ein finanzielles Plus auf dem Konto. Von einem solchen Verhalten raten Verbraucherschützer dringend ab. Erstens summieren sich die Zinskosten zu beachtlichen Beträgen. Zweitens droht die Überschuldung. Interessierte sollten beachten: Bei einem Dispo gibt es keine feste Laufzeit. Banken können den Kreditrahmen jederzeit kündigen. Dieses Mittel wenden sie an, wenn sie finanzielle Schwierigkeiten bei ihren Kunden feststellen. Reicht der Disporahmen nicht aus und kann ein Institut mehrmals Lastschriften nicht einlösen oder sieht sich ein Verbraucher mit einer Kontopfändung konfrontiert, kann es zur Kündigung des Dispos kommen. Damit wollen sich Geldhäuser für den Fall einer Privatinsolvenz absichern, sie wollen möglichst viel Geld vor diesem offiziellen Verfahren zurück. Bei einer Kündigung müssen Kunden den Kredit innerhalb kurzer Zeit zurückzahlen, Banken leiten rasch ein Mahnverfahren ein.

Vor der Gewährung eines Dispos prüfen Banken die Bonität, die Kriterien differieren erheblich. Viele Institute erwarten ein regelmäßiges Einkommen von 1.000 Euro oder deutlich mehr. Für Azubis scheiden diese Institute aus. Einzelne Geldhäuser, insbesondere Onlinebanken verfahren wesentlich liberaler: Sie vergeben jungen Menschen wie Auszubildenden einen Dispo von wenigen oder einigen Hundert Euro, unabhängig von der Höhe der Ausbildungsvergütung. Sie kontrollieren ausschließlich die Schufa-Datei auf negative Einträge.

Kreditbörsen

Azubis, die nicht über eine Bank finanzieren können, sollten es mit einem Privatkredit über einen Kreditmarktplatz versuchen. Die Plattform tritt hierbei als Vermittler zwischen privaten Kreditnehmern und privaten Kreditgebern auf. Der Vorteil liegt in einer höheren Wahrscheinlichkeit eines Darlehens. Zwar prüfen auch die Marktplätze bei der Registrierung die Bonität, aber insbesondere hinsichtlich des Einkommens weniger streng. Auch Menschen in der Ausbildung können über eine solche Plattform finanzieren, sofern sie nicht negative Einträge in der Schufa-Datei haben.

Im ersten Schritt meldet sich ein Azubi auf einer Plattform an, diese führt eine Bonitätsprüfung durch. Es geht nicht allein um die grundsätzliche Zulassung zum Marktplatz. Bei einer positiven Entscheidung ordnen die Verantwortlichen die User zudem einer Bonitäts- und Zinsstufe zu. Zu dem jeweiligen Zinssatz können Nutzer anschließend in der Community um ein Darlehen beten. Angesichts des niedrigen Einkommens müssen Auszubildende einen höheren Zinssatz als andere stemmen. Im zweiten Schritt erfolgt zu diesen Konditionen die Kreditanfrage. User beschreiben den Grund ihres Finanzbedarfs, ihren persönlichen Hintergrund und erläutern bestenfalls schlüssig, warum sie den Kredit zurückzahlen können. Nun kommt es auf die Reaktion der potenziellen Kreditgeber an: Erst wenn sie innerhalb einer bestimmten Frist die komplette Darlehenssumme gezeichnet haben, tritt der Kreditvertrag in Kraft. Ansonsten verfällt die Anfrage. Bei einem wirksamen Vertrag verantwortet eine Partnerbank die anschließenden finanziellen Transaktionen. Sie sammelt bei den Kreditgebern die Einzelbeträge ein, zahlt es an den Kreditnehmer aus, überwacht die Ratenzahlungen und leitet das Geld anteilig an die Investoren weiter.

Diese setzen sich aus dem individuellen Zinssatz und den Gebühren zusammen. Für die Vermittlungstätigkeit darf der Dienstleister Gebühren verlangen, zusätzlich auch für den Service der Partnerbank. Die Gebührenmodelle differieren. So fragt sich, ob es eine Pauschalgebühr für die Plattform und die Bank gibt oder ob zwei separate Kostenpunkte existieren. Auch die genaue Berechnung unterscheidet sich zwischen den Anbietern. Es kann sich zum Beispiel um einen Festbetrag plus einen prozentualen Anteil an der Darlehenssumme handeln. Ein interessierter Azubi sollte beim Abwägen und Vergleichen unbedingt Zinssätze und Gebühren berücksichtigen, manche vergessen den bedeutenden zweiten Aspekt.

Finanzierung

Wollen Auszubildende einen konkreten Gegenstand wie ein Auto oder eine Wohnungseinrichtung erwerben, kommt alternativ eine Händlerfinanzierung infrage. Als vorteilhaft erweist sich, dass diese Kredite genau den Kostenpunkt umfassen. Wer zum Beispiel Möbel für 850 Euro kauft, verschuldet sich bei einer Händlerfinanzierung auch nur mit diesem Betrag. Bei einem Bankkredit müsste er meist 1.000 Euro aufnehmen. Zudem zeigen sich viele Händler bei der Bonitätsprüfung liberaler als Banken. Das hat einen guten Grund: Händler haben ein großes Interesse daran, ihre Waren zu verkaufen. Deshalb stimmen Unternehmen häufig einer Ratenfinanzierung zu, auch wenn sie damit ein höheres Risiko eingehen. Das nehmen sie für die Umsatzsteigerung in Kauf. Auch die Konditionen können für diese Form der Finanzierung sprechen. Einige Händler setzen den Ratenkauf offensiv als Marketinginstrument ein, teilweise verlangen sie überhaupt keine Zinsen. Aber Vorsicht: Bei anderen liegen die Zinsen weit über dem üblichen Zinsniveau, es existieren enorme Unterschiede am Markt.

Allein der Blick auf die Zinssätze reicht nicht, Auszubildende müssen auch stets die Preise vergleichen. Manche Unternehmen bieten zwar attraktive Ratenfinanzierungen, verlangen dafür aber für die Ware deutlich mehr als Konkurrenten. In diesem Fall gewinnen Auszubildende finanziell nichts, sie zahlen eventuell sogar insgesamt mehr. Speziell bei Kfz-Finanzierungen, die oftmals mit günstigen Zinssätzen überzeugen, sollte ein Auszubildender ebenfalls gründlich abwägen. Die meisten Händler gewähren hohe Rabatte, wenn Käufer die Rechnungssumme sofort überweisen können. Deshalb empfiehlt es sich oft, einen Bankkredit mit höheren Zinsen einer günstigeren Ratenfinanzierung vorziehen: Mit der Sofortzahlung dank Bankdarlehen können Auszubildende einen attraktiven Preis aushandeln und die Gesamtkosten erheblich senken.

Fazit

Nicht ohne Not ein Darlehen vereinbaren: Diesen Tipp sollten Auszubildende beherzigen. Dieser Rat gilt für alle Verbraucher, die nur ein geringes Einkommen empfangen. Wer wenig finanziellen Spielraum hat, sollte sich nicht ohne triftigen Grund Schulden und monatliche Raten aufbürden. Das engt nicht nur die frei verfügbaren Ressourcen ein, zugleich sollten Auszubildende die Gefahr der Überschuldung ernst nehmen. Alle relevanten Statistiken besagen, dass sich das Problem der zu hohen Verschuldung vor allem bei jungen Menschen in den letzten Jahren massiv verbreitet hat. Gleichwohl kann es unvermeidbar sein, einen Kredit zu wählen. Oberste Priorität genießt, die Kosten zu minimieren. Bei Auszubildenden mit knappem Budget kommt dem eine besonders hohe Bedeutung zu, sie sollten auf jeden Euro achten. Diese Kostenminimierung realisieren Azubis, indem sie die geeignete Kreditart suchen und zudem einen Kreditvergleich durchführen.

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