Die angegebene Kreditlaufzeit sagt allein nicht, wann das Geld ausgezahlt wird und wann die Rückzahlung beginnt. Je nach Kredit bezeichnet sie die Auszahlungsphase, eine tilgungsfreie Zeit oder die Rückzahlungsdauer.
Wie lange ein Ausbildungskredit läuft, hängt davon ab, ob Sie eine schulische oder betriebliche Ausbildung machen oder ein Studium finanzieren. Beim Bildungskredit des Bundes beginnt die Rückzahlung vier Jahre nach der ersten Auszahlung – nicht automatisch vier Jahre nach Ausbildungsende.
Drei Zeiträume unterscheiden
Vergleichen Sie Kredite anhand von drei getrennten Zeiträumen. In der Auszahlungsphase erhalten Sie das Geld, oft in mehreren Raten. Die Karenzzeit liegt zwischen der letzten Auszahlung und dem Beginn der regulären Rückzahlung. In der Tilgungsphase zahlen Sie den Kredit zurück.
Die Zeit von der ersten Auszahlung bis zur letzten Rate umfasst alle drei Phasen. Dauert die Rückzahlung zehn Jahre, kann die gesamte Zeit länger sein, wenn vorher Geld ausgezahlt wird und eine Karenzzeit folgt. Prüfen Sie im Vertrag, worauf sich die angegebene Laufzeit bezieht.

Bildungskredit des Bundes
Der Bildungskredit des Bundes richtet sich an bestimmte schulische Ausbildungen und fortgeschrittene Ausbildungs- oder Studienphasen. Für eine schulische Ausbildung gelten bestimmte Voraussetzungen. Sie muss unter anderem die Voraussetzungen erfüllen, um nach dem BAföG gefördert zu werden, und zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen. Deshalb kommt der Kredit nicht für jede Ausbildung infrage.
Die Auszahlung läuft höchstens zwei Jahre. Pro Ausbildungsabschnitt sind bis zu 24 Monatsraten von jeweils 100, 200 oder 300 Euro möglich. Die Rückzahlung beginnt laut KfW vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Danach zahlen Sie monatlich 120 Euro, einschließlich Zins und Tilgung. Die Zinsen sind variabel. Sie müssen sie erst ab Beginn der Rückzahlung zahlen.
Die Rückzahlungsdauer hängt von der Kreditsumme und den Zinsen ab. Laut KfW können Sie den Kredit kostenfrei ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen.
Rückzahlung beim KfW-Studienkredit
Der KfW-Studienkredit ist für ein Studium gedacht. Seine Bedingungen gelten nicht automatisch auch für eine Berufsausbildung. Nach der letzten Auszahlung beginnt grundsätzlich eine Karenzzeit von 18 Monaten; sie kann nach KfW-Angaben bis zu 23 Monate betragen. Anschließend sieht der Standardplan eine Rückzahlung über zehn Jahre vor.
Sie können die Monatsrate anpassen. Die Rückzahlung darf insgesamt höchstens 25 Jahre dauern und muss bis zum 67. Geburtstag abgeschlossen sein. Eine längere Tilgung senkt die monatliche Rate, erhöht aber die Zinskosten, weil über einen längeren Zeitraum Zinsen anfallen. Die KfW veröffentlicht dazu Rechenbeispiele, weist aber darauf hin, dass die darin verwendeten Zinssätze nicht aktuell sind. Sie eignen sich daher nicht als aktuelle Kostenschätzung.
Förderungen vor Krediten prüfen
Bei einer betrieblichen oder dualen Ausbildung kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) infrage kommen. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt sie unter bestimmten Voraussetzungen als monatlichen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für eine schulische Ausbildung besteht kein Anspruch auf BAB; dort kann Schüler-BAföG eine Möglichkeit sein.
Klären Sie zuerst, welche Ausbildungsform Sie machen und welche Förderung Sie bekommen können. Ein Zuschuss hat keine Tilgungsphase. Bei einem Kredit sollten Sie zusätzlich zur Monatsrate die Zinsen und die gesamte Zeit bis zur letzten Rate berücksichtigen. Ihre monatliche Rate sollte auch dann in Ihr Budget passen, wenn nach Ausbildungsende weitere feste Ausgaben anfallen.



