Mit einer Rücklage bezahlen Sie unerwartete Rechnungen, ohne Ihr Girokonto zu überziehen oder einen Kredit aufzunehmen. Wie viel Sie monatlich sparen können, hängt von Ihrer Ausbildungsvergütung, Ihren Wohnkosten und möglicher Unterstützung ab. Eine feste Sparquote passt daher nicht zu jeder Ausbildungssituation.

Schreiben Sie zuerst auf, wie viel Geld Sie einnehmen und ausgeben. Legen Sie dann so viel zurück, dass die laufenden Kosten gedeckt sind und Ihr Konto nicht ins Minus rutscht. Auch eine kleine, regelmäßige Sparrate ist ein guter Anfang.

Einnahmen und Kosten prüfen

Planen Sie mit dem Geld, das Ihnen tatsächlich zur Verfügung steht. Die Ausbildungsvergütung im Vertrag ist häufig ein Bruttobetrag; davon gehen gegebenenfalls Steuern und Sozialabgaben ab. Berücksichtigen Sie zusätzliches Geld wie Kindergeld oder Unterstützung durch Angehörige nur dann, wenn es tatsächlich bei Ihnen ankommt.

Notieren Sie Ihre festen Kosten, etwa Miete, Fahrkarten, Versicherungen und Handyvertrag. Halten Sie auch variable Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung und Freizeit fest. Wer bei den Eltern wohnt, gibt meist anders viel aus als jemand mit eigener Wohnung oder einem WG-Zimmer. Passen Sie die Sparrate an Ihre Wohn- und Lebenssituation an.

Teilen Sie jährliche oder halbjährliche Rechnungen auf Monatsbeträge um. Wenn Sie eine Versicherung einmal im Jahr bezahlen, legen Sie jeden Monat einen Teil der Jahreskosten zurück. So bleibt diese planbare Ausgabe von der Rücklage für unerwartete Kosten getrennt.

Ein Haushaltsbuch, eine Tabelle oder eine Notiz im Handy reicht dafür aus. Tragen Sie Ihre Ausgaben laufend ein und prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr Plan zu Ihrem tatsächlichen Kontostand passt. Die Übersicht zeigt, wohin Ihr Geld fließt, ändert aber nichts an der Höhe Ihrer Einnahmen.

Geordnete Unterlagen für einen Kreditantrag (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Mit einem tragbaren Betrag starten

Legen Sie nur so viel zurück, wie nach den notwendigen Ausgaben übrig bleibt. Eine Verbraucherzentrale nennt als Beispiel fünf Prozent des monatlichen Nettoeinkommens einer Auszubildenden. Bei 800 Euro netto wären das rechnerisch 40 Euro. Die Rechnung dient zur Veranschaulichung; Ihre passende Sparrate hängt von Ihrer finanziellen Lage ab: Wenn 40 Euro Ihr Konto ins Minus bringen, ist der Betrag zu hoch.

Sie können die Rücklage direkt nach Eingang der Vergütung auf ein separates Konto überweisen. Wenn Ihr Einkommen unregelmäßig oder knapp ist, überweisen Sie erst nach den festen Rechnungen einen Betrag, auf den Sie sicher verzichten können. Geldgeschenke oder Sonderzahlungen können die Rücklage ergänzen, sollten aber nicht als festes Monatseinkommen eingeplant werden.

Prüfen Sie nach einigen Monaten, ob die Rate zu Ihrem Alltag passt. Wenn Sie regelmäßig Geld zurücküberweisen müssen oder den Dispokredit nutzen, senken Sie die Sparrate. Eine Rücklage auf Kredit aufzubauen, verschärft die finanzielle Belastung.

Ein passendes Sparziel wählen

Für die Höhe des Notgroschens gibt es keine einheitliche Regel. Eine Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als grobe Orientierung. Eine andere empfiehlt das Drei- bis Sechsfache der monatlichen Ausgaben. Die eine Empfehlung bezieht sich auf Monatsgehälter, die andere auf monatliche Ausgaben. Deshalb ergibt sich daraus keine verbindliche Zielsumme.

Wenn Sie sich an der Empfehlung von drei bis sechs Monatsausgaben orientieren, multiplizieren Sie Ihre monatlichen Ausgaben mit drei bis sechs. Viele Auszubildende erreichen dieses Ziel erst nach längerer Zeit. Beginnen Sie mit einer kleineren Reserve und passen Sie das Ziel an, wenn Sie ausziehen oder Ihre laufenden Kosten steigen.

Legen Sie fest, wofür Sie die Rücklage verwenden. Dazu zählen unerwartete Rechnungen, etwa wenn ein wichtiges Gerät kaputtgeht. Eine bekannte jährliche Versicherung oder ein geplanter Umzug sind dagegen keine Überraschungen. Dafür ist eine eigene Rücklage für absehbare Ausgaben sinnvoll.

Geld kurzfristig verfügbar halten

Ein Tagesgeldkonto eignet sich für Geld, das Sie bei einer unerwarteten Rechnung kurzfristig brauchen. Sie kommen flexibel an das Geld. Der Zinssatz kann sich ändern. Prüfen Sie vor der Eröffnung, ob Gebühren anfallen und wie Sie auf das Geld zugreifen können.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt bestimmte Bankguthaben grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank, wenn die Bank zu einem entsprechenden europäischen Einlagensicherungssystem gehört. Prüfen Sie die Bedingungen des konkreten Angebots. Für einen Notgroschen ist außerdem wichtig, dass Sie schnell auf das Geld zugreifen können.

Festgeld bindet Geld für eine vereinbarte Laufzeit. Wertpapiere wie Aktien oder Fonds schwanken im Wert und können Verluste verursachen. Sie eignen sich deshalb nicht für eine Rücklage, auf die Sie kurzfristig angewiesen sind. Langfristige Geldanlage kommt erst für Beträge infrage, auf die Sie nicht als Reserve angewiesen sind.

Wenn das Geld nicht reicht

Bleibt nach den notwendigen Ausgaben kaum etwas übrig, müssen Sie keine feste Sparquote erzwingen. Prüfen Sie zuerst, ob Sie günstigere Verträge finden oder andere Ausgaben senken können. Wenn Ihre festen Ausgaben regelmäßig höher sind als Ihre Einnahmen, hilft ein Haushaltsbuch beim Überblick; bei anhaltenden Schulden oder einem dauerhaften Minus kann eine kostenlose Schuldnerberatung unterstützen.

Prüfen Sie außerdem, ob finanzielle Hilfen infrage kommen. Bei einer dualen Ausbildung kann unter bestimmten Voraussetzungen Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) möglich sein. Für schulische Ausbildungen kommt je nach Situation Schüler-BAföG infrage; in bestimmten Fällen kann Wohngeld eine Option sein. Die Voraussetzungen unterscheiden sich. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, BAB früh zu beantragen, weil die Leistung grundsätzlich rückwirkend, aber frühestens ab dem Monat der Antragstellung gezahlt wird.

Auch Kindergeld kann unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 25. Geburtstag weitergezahlt werden. Setzen Sie es in Ihrem persönlichen Budget nur an, wenn Sie tatsächlich darüber verfügen. Welche Hilfe passt und welche Bedingungen gelten, sollten Sie bei der zuständigen Stelle für Ihre konkrete Situation prüfen.