Bucht der Versicherer den Beitrag einmal jährlich ab, teilen Sie die planbaren Kosten durch zwölf und legen Sie jeden Monat ein Zwölftel zurück. So verteilen Sie die Ausgabe in Ihrem Budget, auch wenn der Versicherer weiterhin zum vereinbarten Termin abbucht.
Diese Rücklage ist keine monatliche Ratenzahlung an den Versicherer. Welche Zahlungsweise günstiger ist, hängt vom Vertrag ab. Während der Ausbildung oder des Studiums sollten Sie zuerst prüfen, welche Versicherungen bereits bestehen und welche Beiträge zusätzlich anfallen.
Monatsbetrag berechnen
Addieren Sie die Jahresbeiträge, die Sie selbst bezahlen, und teilen Sie die Summe durch zwölf:
Monatliche Rücklage = Summe der Jahresbeiträge ÷ 12
Betragen Ihre Jahresbeiträge zusammen 720 Euro, legen Sie rechnerisch 60 Euro pro Monat zurück. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, seltene feste Ausgaben wie Versicherungen in den Haushaltsplan aufzunehmen und den entsprechenden Monatsbetrag zurückzulegen.
Sammeln Sie dafür die Beitragsmitteilungen oder Versicherungsscheine und notieren Sie Beitragshöhe und Fälligkeit. Ein eigener Untertopf oder ein separates Konto hilft, die Rücklage nicht versehentlich für andere Ausgaben zu verwenden. Prüfen Sie die Beträge regelmäßig, denn Beitrag und Fälligkeit können sich laut Mitteilung des Versicherers ändern.

Wenn die erste Abbuchung bald kommt
Die Division durch zwölf reicht nicht immer, wenn Sie erst kurz vor der nächsten Fälligkeit mit dem Zurücklegen anfangen. Angenommen, ein Beitrag von 600 Euro wird in vier Monaten fällig und Sie haben dafür noch nichts angespart: Für diese erste Rechnung müssten Sie monatlich 150 Euro zurücklegen. Für die nächste Jahreszahlung wären es bei unverändertem Beitrag wieder 50 Euro pro Monat.
Setzen Sie die Rücklage so an, dass die anstehende Abbuchung gedeckt ist. Wenn der nötige Monatsbetrag Ihr Budget übersteigt, prüfen Sie zuerst, ob Sie andere Ausgaben anpassen oder mit dem Versicherer eine andere Zahlungsweise vereinbaren können. Eine rechnerische Rücklage schafft kein zusätzliches Geld, wenn Ihre Ausgaben schon höher sind als Ihre Einnahmen.
Jahreszahlung oder Raten?
Eine jährliche Zahlung kann bei bestimmten Verträgen günstiger sein. Ratenzahlungen während des Jahres verringern den Betrag jeder Abbuchung und entlasten Ihr Monatsbudget. Entscheidend ist der Gesamtbetrag, den der Vertrag für jede Zahlungsweise vorsieht, und ob die größere Jahresabbuchung in Ihr Budget passt.
Die Verbraucherzentrale Hamburg nannte 2022 ein Beispiel aus einem einzelnen Lebensversicherungsvertrag: Bei monatlich 100 Euro ergab sich ein Jahresbetrag von 1.200 Euro; der dort angegebene Jahresbeitrag lag bei 1.145,14 Euro. Die Differenz von 54,86 Euro lässt sich nicht auf andere Verträge übertragen. Vergleichen Sie deshalb die konkreten Beträge in Ihren Vertragsunterlagen, statt mit einem allgemeinen Rabatt zu rechnen.
Prüfen Sie bei einer Umstellung auch die Vertragsbedingungen. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist für Lebens- und Rentenversicherungen darauf hin, dass sich bei jährlicher Zahlweise die Kündigungsfrist verlängern kann. Bei anderen Versicherungsarten gelten möglicherweise andere Bedingungen. Eine monatliche Zahlung kann bei einzelnen Produkten außerdem eigene Vorteile haben; die passende Zahlweise hängt daher vom Vertrag und Ihrer finanziellen Lage ab.
Erst den Versicherungsschutz klären
Nicht jeder Versicherungsbeitrag ist eine private Jahresrechnung. Auszubildende sind nach den Informationen der Verbraucherzentrale gesetzlich krankenversichert. Bei Studierenden hängt der Versicherungsschutz unter anderem von Alter, Einkommen und persönlicher Situation ab. Klären Sie daher, ob Sie bereits versichert sind, bevor Sie einen zusätzlichen Jahresbeitrag in Ihr Budget aufnehmen.
Prüfen Sie auch, ob Sie einen Versicherungsbeitrag laufend zahlen oder ob der Versicherer ihn einmal im Jahr abbucht. Die Umrechnung auf einen Monatsbetrag hilft Ihnen, seltene Ausgaben im Haushaltsplan zu berücksichtigen. Sie ändert weder die Fälligkeit beim Versicherer noch automatisch die vereinbarte Zahlungsweise. Entscheidend sind der Versicherungsschein und die aktuelle Beitragsmitteilung.

Ausbildungsbudget realistisch planen
Stellen Sie Ihre monatlichen Einnahmen den festen und veränderlichen Ausgaben gegenüber. Zu den Einnahmen zählen zum Beispiel die Netto-Ausbildungsvergütung und mögliche Unterstützung. Zu den Ausgaben gehören neben Versicherungen auch Wohnen und Fahrtkosten. Lebensmittel und Telefon zählen ebenfalls dazu. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt einen solchen Budgetcheck, weil Einkommen und Kosten je nach Ausbildungsform und persönlicher Situation unterschiedlich ausfallen.
Wenn das Geld für notwendige Ausgaben nicht reicht, prüfen Sie mögliche Unterstützung. Bei einer dualen Ausbildung kommt unter bestimmten Voraussetzungen Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) infrage; für schulische Ausbildungen kann BAföG relevant sein. Diese Leistungen können bei der Ausbildungsfinanzierung helfen. Sie erstatten private Jahresbeiträge für Versicherungen aber nicht pauschal.
Wenn Ihre Ausgaben auch nach der Prüfung dauerhaft höher sind als Ihre Einnahmen, löst eine Monatsrücklage das Grundproblem nicht. Sehen Sie sich dann feste Ausgaben und Versicherungsverträge einzeln an und wenden Sie sich an eine kostenlose Schuldnerberatung. Einen Kredit sollten Sie nicht allein deshalb aufnehmen, weil eine Jahresabbuchung bevorsteht: Entscheidend sind die Gesamtkosten, die Rückzahlung und ob die Belastung dauerhaft tragbar ist.


